20. Jul, 2016

Warum wir immer Weißgurt bleiben sollten

Im Jänner 2016 habe ich ein Karate-Wintercamp in Leibnitz durchgeführt. Bei diesem Camp hat jeder, egal wie lange er schon Karate macht, oder welche Graduierung er hat, mit einem weißen Gürtel trainiert. Ich gebe zu, die Idee bei einem Camp eine einheitliche Gürtelfarbe zu tragen stammt nicht von mir, sondern habe ich von Jessen Enkamp übernommen, aber ich habe ganz bewusst einen Weißgurt gewählt. Und nun erfährst du auch den Grund dafür:

Wenn wir schon länger Karate betreiben und schon Schwarzgurt, oder sogar im Rang eines Meisters sind, haben wir schon viel Wissen und Erfahrung angehäuft. Dieses Wissen und diese Erfahrungen sind gut und wertvoll, verleiten uns aber manchmal auch, die Dinge vorschnell abzuurteilen, wenn wir etwas gezeigt bekommen. Wir sagen zu uns selbst, das kenne ich schon, oder das ist falsch, weil mein Sensei mir dies anders beigebracht hat, und schon lässt auch die Aufmerksamkeit und Konzentration nach. Mit dieser Einstellung sind wir aber nicht bereit zu lernen. Um zu lernen und um uns weiterzuentwickeln müssen wir einen offenen Geist haben, und jede Technik so betrachten, als sehen wir sie zum ersten Mal. Der Weißgurt sollte das Symbol dafür sein, denn ein Anfänger ist immer offen für Neues, da er noch über keine Erfahrungen und kein Wissen verfügt. Es ist deshalb sehr wichtig, das wir egal welchen Gürtel wir um unsere Hüfte tragen, von unserer inneren Einstellung her immer Weißgurt, immer Schüler und Lernende bleiben, damit wir uns weiter entwickeln und weiter wachsen können.

Außen Schwarzgurt und im inneren ein Weißgurt, ist das nicht eine schöne Metapher für Yin und Yang!