9. Jun, 2016

Und was ist wenns regnet?

Einmal im Jahr veranstalte ich ein Karate-Trainingslager auf einem Berg irgendwo in Österreich. Untergebracht sind wir in einem alten Bauernhaus und das Training findet ausschließlich im Freien statt. Jedes Jahr aufs Neue, wird mir die gleiche Frage gestellt: Und was ist wenn‘s regnet? Die letzten Jahre hatten wir stets Glück mit dem Wetter, aber einige Jahre davor hatten wir schon von strömenden Regen bis Schneefall alles dabei. Was also tun?

 

Dieses Wochenende auf dem Berg soll ganz bewusst eine Begegnung nicht nur unter Freunden, sondern auch mit der Natur sein, die wir in heutiger Zeit ja viel zu selten erleben. Dazu gehören Sonnenschein (Yang), aber auch die nassen und kalten Seiten der Natur (Yin).

Schlechtes Wetter ist nicht nur Herausforderung, sondern auch Möglichkeit um sich weiter zu entwickeln:

 

Wenn es regnet, trainiere ich meine Willenskraft,

bei Eis trainiere ich meine Stabilität,

wenn es stürmisch ist, schule ich mein Gleichgewicht,

im Schnee härte ich mich ab,

wenn es heiß ist, verbrenne ich mehr Kalorien,

im dichten Nebel und bei Dunkelheit übe ich meine taktilen Fähigkeiten,

und der angenehme Sonnenschein macht das Training zu einem Genuss.

 

Die Natur kann zu unserem Dojo werden, aber auch zu unserem Lehrer, und wir sollten uns bedanken für die Lektionen, die wir von „Sensei Natur“ lernen dürfen – Domo arigato gozaimashita!